Wie das saubere Image der Milch langsam bröckelt

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Längst ist um das Nahrungsmittel Milch ein Glaubenskrieg entbrannt. Wissenschaftler und Mediziner streiten sich darüber, ob Milch immer noch das gesunde Lebensmittel mit vielen wichtigen Inhaltsstoffen ist, das Menschen groß und ihre Knochen stark macht. Genau dieses Image wird von der Milchindustrie und vom Bund aufrechterhalten und gefördert.

Dennoch sinkt der Verbrauch an Milch rapide. Obwohl Milchindustrie und Bund jährlich Millionen in Werbung stecken, sinken die Absätze von Milchprodukten. Eine nachhaltige Wirkung in Bezug auf das Konsumverhalten ist nicht festzustellen. Denn in Bevölkerung und Wissenschaft gibt es längst Milchfreunde und Milchgegner. Schon seit Jahren gibt es heftige Diskussionen darum, ob Milch gesund ist oder krank macht und ob sie heutzutage überhaupt noch ein Naturprodukt ist.

Kritiker registrierende ansteigende Krankheiten

Milchfreunde aus Industrie und Wissenschaft halten Milch und Milchprodukte für gesund und wichtig für eine ausgewogene Ernährung sowie unverzichtbar für einen starken Knochenbau. Kritische Wissenschaftler und Ärzte berufen sich auf die Erfahrungen ihrer Patienten mit Milchprodukten. Sie sehen Milch als Ursache für zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden wie Allergien, Diabetes und Migräne. Einige Ärzte sind der Ansicht, dass Milch Krebs verursachen kann.

Das saubere Image der Milch bröckelt zusehends, wenn man sich die Zustände in Milchgroßbetrieben anschaut. Denn in den Großbetrieben steht lediglich die Effizienz im Vordergrund. Kühe müssen möglichst viel Milch produzieren. Sie sind heutzutage zu reinen Milchmaschinen umfunktioniert worden. Um dies enormen Mengen Milch produzieren zu können, werden Hochleistungskühe mit speziellem Kraftfutter gefüttert und regelmäßig mit Antibiotika behandelt.

Biohöfe gehen andere Wege

Milchbiohöfe haben jedoch andere Konzepte. Sie wollen die Hochleistung bei der Milchproduktion heraushalten: Vor 200 Jahren hätten Hochleistungskühe im Schnitt 2000 Kilogramm Milch pro Jahr gegeben. Heute seien es rund 27.000 Kilogramm. Das gehe natürlich zu Lasten der Gesundheit. Zudem seien Kühe von Natur aus Gras- und keine Kraftfutterfresser. Die Antibiotika würden zudem das Bakterien-Gleichgewicht der Milch verändern.

Die industrielle Milchproduktion stößt nicht nur bei Verbrauchern auf immer mehr Ablehnung. Sie macht auch die Märkte kaputt. Sie werden mit Milchprodukten überflutet und die Preise für die Milchbauern fallen daher in den Keller. Zudem kommt das Kraftfutter für die Industrie-Kühe vom Weltmarkt und nicht aus der Region, obwohl es hierzulande genügend Gras gibt. Oftmals handelt es sich um gentechnisch und mit Pestiziden behandelte Futtersorten, denen auch noch Palmöl beigemischt wird. Durch den Anbau von Palmöl-Plantagen werden die Regenwälder immer weiter zerstört.

Milch ist zu einem billigen Konsumprodukt verkommen, kritisieren Biomilchbauern. Es könne überall und jederzeit billig gekauft werden. Wäre die Milchproduktion wieder an die Grasvorkommen gekoppelt, seien die Mengen wieder natürlich begrenzt. Zwar gebe es dann weniger Milchprodukte, aber im Gegenzug stiege der Milchpreis. Milch hätte dann wieder den richtigen Stellenwert und Bauern erhielten wieder faire und angemessene Preise.

Milch ist kein Naturprodukt mehr

Kritiker bemängeln, dass die heutige Milch längst kein Naturprodukt mehr ist. Sie durchlaufe in Molkereien so zahlreiche Verarbeitungsschritte, dass man nicht mehr von einem natürlichen Produkt sprechen könne. Kritische Ärzte warnen davor, dass in der heutigen Milch deutlich mehr Beta-Lactoprotein enthalten sei, was Allergien auslösen könne. Die Milch heute sei durch die Fütterung mit Kraftfutter zudem viel eiweißreicher geworden, während sie Omega-3-Fettsäuren und Spurenelemente eingebüßt habe.

Die „moderne“ Milch ist durch die veränderte Fütterung der Kühe und die vielfachen Verarbeitungsschritte für den Menschen nicht mehr geeignet. Der Darm kann die industriell verarbeitete Milch im Gegensatz zur unverarbeiteten und von mit Gras gefütterten Kühen stammende Milch nicht mehr verdauen. Die Folgen sind, dass Menschen an diversen Unverträglichkeiten wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit leiden, wenn sie Milchprodukte zu sich nehmen.

Behandelte Milch verursacht zahlreiche Beschwerden

Kritische Ärzte empfehlen daher, auf Milchprodukte zu verzichten. Dann verschwinden die Beschwerden. Milchprodukte können zudem zu einer chronischen Schwächung des Abwehrsystems führen. Denn alle Kühe werden antibiotisch behandelt und die Milcheiweise durch Pasteurisierung verändert. Dadurch entsteht ein immunologisches Ungleichgewicht, das zu Allergien oder Diabetes führen kann.

Dennoch bezeichnen immer noch viele Forschungsinstitute Milch als wertvoll und gesund für Kinder. Auch die Aussage, Milch sei gut für die Knochen, wird gerne für Werbung hergenommen. Eine Studie zeigte allerdings das Gegenteil. Denn Menschen, die viel Milch trinken, haben sogar ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Ärzte, die zum Verzicht auf Milch raten, verlassen sich allerdings nicht auf Studien, die meist nicht unabhängig erhoben werden. Sie verlassen sich auf die Erfahrungen ihrer Patienten und führen Ernährungsstudien.

 

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