Warum Merkels Afrika-Politik nicht funktionieren wird

Rainer Zitelmann, Historiker, Politikwissenschaftler und Soziologe ist der Meinung, dass Merkels Afrika-Politik scheitern wird. Die Kanzlerin ist zurzeit auf Afrika-Tour, um die „Fluchtursachen“ zu bekämpfen. Dies will Merkel mit weiterer Entwicklungshilfe erreichen. „Die wirtschaftliche Perspektive für die Länder Afrikas ist deswegen so entscheidend, weil viele junge Menschen einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz benötigen“, sagte Merkel in einem Video-Podcast.

Merkel sagte weiter, wenn sie als Bundeskanzlerin dafür sorgen wolle, dass es den Deutschen gut gehe, müsste es auch Europas Nachbarn gut gehen. Durch Entwicklungshilfe wolle sie die Situation der Menschen in Afrika so weit verbessern, dass es keinen Grund mehr gebe, nach Europa auszuwandern.

Rainer Zitelmann hält die Aussage der Kanzlerin für eine gefährliche Illusion, wie er in dem Online-Magazin „The European“ schreibt. Ein Forschungsbericht des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit zeigt, dass Menschen nicht weniger auswandern, wenn es mehr Entwicklungshilfe gibt. Das Forschungsinstitut kommt zu dem Schluss, dass die Neigung zum Auswandern mit wachsendem Wohlstand sogar eher zunimmt.

Dass Entwicklungshilfe meist nichts bewirkt oder sogar kontraproduktiv ist, belegt Zitelmann in seinem Buch „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“. Entwicklungshilfe von reichen Ländern sei eine weitere Ursache für die Not in Afrika. In den vergangenen fünfzig Jahren sei mehr als eine Billion Dollar Entwicklungshilfe nach Afrika gezahlt worden. Dennoch gehe es den Afrikanern schlechter. Die Armen wurden ärmer und das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich.

Die finanziellen Transferleistungen, mit dem Ziel, die afrikanische Wirtschaft zu fördern, kamen nicht bei den Armen, sondern bei den korrupten Regierungen an. Und die Gelder, die tatsächlich bei den vorgesehenen Empfängern ankamen, bewirkten keine Steigerung der Produktivität. Es sei nirgends ersichtlich, wo Entwicklungshilfe je zu Wachstum in Afrika geführt hätte.

Zahlen belegen, dass sich die Armut in Afrika in der Zeit von 1970 bis 1988 von 11 auf 66 Prozent entwickelte – in einer Zeit, in der die Zahlungen für Entwicklungshilfe am höchsten waren. Das Geld fiel korrupten Regierungen in die Hände, die sich nicht gegenüber der Bevölkerung verantwortlich fühlten. Bürgerliche Rechte wurden abgeschafft. Die korrupten und menschenrechtsfeindlichen Regierungen wurden schließlich für Investitionen aus dem In- und Ausland unattraktiv. Der Kapitalismus konnte sich aufgrund der Korruption nicht entwickeln.

Kritiker sind der Ansicht, dass Entwicklungshilfe lediglich Regierungen hilft. Bei der Bevölkerung kommt aber nichts von dem Geld an. Deshalb würde es die Bevölkerung auch nicht merken, wenn die Entwicklungshilfen ausbleiben. Mit Entwicklungshilfe würde man Afrikaner eher zu Unselbständigkeit und Bettlern erziehen.

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