US-Richter ordnet an: Saudisches Königshaus muss Fragen zu 9/11 beantworten

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Die US-Bundesrichterin Sarah Netburn hat am 10. September entschieden, dass zwei Mitglieder der saudischen Königsfamilie Fragen zu den Anschlägen vom 11. September 2001 beantworten müssen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die Entscheidung der Richterin wird von den Opfern der Anschläge als „Wendepunkt in einem langwierigen Prozess“ angesehen.

Sarah Netburn ordnete in einem schriftlichen Urteil, das am späten Donnerstag entsiegelt wurde, an, dass das saudische Königshaus und andere saudische Zeugen, einschließlich gegenwärtiger und ehemaliger Regierungsbeamter, für Aussagen zur Verfügung stehen müssen. Der Anwalt eines Klägers sagte AP, dass es noch unklar sei, wie und wann die Zeugen befragt werden sollen, doch bald werde enthüllt, was die saudischen Royals über die Anschläge wissen.

Einer der beiden, der zu Zeugenaussagen aufgerufen ist, ist Prinz Bandar bin Sultan, ein ehemaliger saudischer Geheimdienstchef, der laut Gerichtsunterlagen von 1983 bis 2005 US-Botschafter des saudischen Königsreichs war. Seine Verwicklung in das Weltgeschehen reicht von Präsident Reagans nicaraguanischem Contra-Programm (einschließlich der direkten Verwicklung in den Iran-Contra-Skandal) über die Verteidigung des Irak-Krieges als vertrauenswürdiger Freund von Bush und Cheney bis hin zur Leitung der US-saudischen Geheimoperation zur Überwachung der Bewaffnung der Dschihadisten in Syrien.

Prinz Bandar, der sich einen Ruf als einer der berühmtesten Waffenhändler Saudi-Arabiens erworben hat, wurde bei der saudischen „Korruptionssäuberung“ 2017 festgenommen, wie die Nachrichtenplattform Middle East Eye damals berichtete.

Einige Verwandte der Opfer des 11. September behaupten, dass Agenten Saudi-Arabiens wissentlich die Terrororganisation al-Quaida und ihren damaligen Führer Osama bin Laden unterstützten, bevor die Terrorattacken stattfanden. Den fast 3.000 Toten, die am 11. September 2001 umgekommen sind, wurde am Freitag, am 19. Jahrestag der Anschläge, gedacht. Die Familien der Opfer fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Michael Kellogg, ein Anwalt für Saudi-Arabien, lehnte bislang jede Stellungnahme zum Urteil der Bundesrichterin ab. Die saudische Regierung hatte bislang jegliche Beteiligung an den Anschlägen bestritten. Mehr zum Thema finden Sie hier. 

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