Spahn will alte Menschen in Messehallen impfen lassen

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Der in sozialen Medien oft „Bundespharmalobbyist“ genannte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte laut Medienberichten an, Alte und kranke Menschen in Messehallen impfen lassen zu wollen. Spahn sagte, zwar sei noch kein Impfstoff zugelassen – aber die Zeit des Jahreswechsels, von Dezember bis Februar, nannte Spahn als möglichen Zeitraum für die ersten Corona-Impfungen in Deutschland. Da nicht für alle Menschen zu Beginn ausreichend Impfstoff zur Verfügung stünde, sollten zuerst Alte und Kranke in Messehallen geimpft werden. Außerdem sollten Beschäftigtes des Gesundheitswesens zuerst geimpft werden.

Menschen mit höherem Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf sollten ebenfalls zuerst geimpft werden. Dazu würden „Ältere“ ab 50 bis 60 Jahren gelten, Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, mit Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems mit unterdrücktem Immunsystem – vor allem, wenn mehrere dieser Merkmale gemeinsam zuträfen.

Spahn will die Impfstoffe aus Steuermitteln finanzieren. Deutsche „Alleingänge“ gebe es nicht, die EU würde für alle 27 Staaten der Europäischen Union wegen eines Impfstoffs mit Pharmafirmen verhandeln. „Internationale Anstrengungen“ würden unterstützt, Verträge mit Herstellern von Deutschland oder Frankreich seien „nicht europäisch gedacht“, so Spahn.

Laut EFPIA, der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations, sind 8 Milliarden Impfdosen für die Weltbevölkerung notwendig. Der Verband geht von zwei nötigen Impfungen pro Person aus. Die globale Kapazität zur Herstellung aller benötigten Impfstoffe liege bei fünf Milliarden Impfdosen pro Jahr. Spahn behauptete, dass keine Impfpflicht kommen werde, sondern dass die Impfung ein „Angebot“ bleibe.

Ob das so ist, wird sich zeigen, wenn die ersten Arbeitgeber, Fluglinien, Hotels, Restaurants oder Supermärkte eine Art Impfausweis oder Immunitätsnachweis verlangen, um Einlass zu gewähren oder um den Arbeitsplatz weiter anzubieten. Die Lobbyorganisation EFPIA repräsentiert die Pharmazeutische Industrie in Europa und arbeitet mit der WHO zusammen. Hauptsitz des Verbands ist Genf – dort, wo auch die WHO ihren Sitz hat. 39 Pharmaunternehmen gehören der EFPIA an. Ihr Ziel ist es, Impfstoffe für Menschen zu entwickeln. Die Pharmakonzerne werden bei der Impfstoffforschung- und Herstellung von der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt. Hier finden Sie mehr dazu. 

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