Seehofer will über personelle Konsequenzen „reden“

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Nach der Wahlpleite für die CSU kündigte Horst Seehofer an, schnellstmöglich Sondierungsgespräche mit allen Parteien außer der AfD aufnehmen zu wollen. Bereits am Mittwochabend soll dann entschieden werden, mit wem Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden. Die CSU hat bei den Landtagswahlen in Bayern mehr als 10 Prozentpunkte verloren und braucht zum Regieren nun einen Koalitionspartner. Seehofer will innerhalb von vier Wochen eine neue Regierung aufstellen.

Gleichzeitig will sich Seehofer nach dem Wahldebakel in einem Parteitag mit der Basis stellen. Nach der Wahlanalyse sei er „bereit, auch über personelle Konsequenzen zu reden“. Entschieden sei aber noch nichts. Die Analyse des Wahlergebnisses soll Mitte November bis Anfang Dezember stattfinden. Die Partei müsse sich dann Gedanken um ihre programmatische Ausrichtung machen, so Seehofer. Die CSU müsse in vielen Bereichen, beispielsweise Umwelt und Naturschutz ein viel stärkeres Profil entwickeln.

Der erste CSU-Kreisverband hatte bereits den Rücktritt Seehofers gefordert. Man wolle nach dieser Regierungsbildung einen Parteitag mit dem Ziel einer personellen Erneuerung und dem Ziel, Seehofer abzulösen.  In einem Interview mit der „Welt“ sagte der hessische Ministerpräsident Bouffier, dass die CSU dem Ansehen der Union geschadet habe. Seehofer habe den Leuten viel versprochen aber keine Lösungen geboten.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther griff die CSU an. Die Gründe für die Verluste lägen eindeutig bei der CSU. Die Partei benötige ein Umdenken in Stilfragen. Es verschrecke eben die Wähler, wenn man seine Schwesterpartei beschimpfe oder schlechtmache, so Günther. Günther forderte personelle Konsequenzen.  Die gesamte CSU-Führung unter Seehofer, Söder und Dobrindt habe im vergangenen Jahr große Fehler gemacht. Der ehemalige CSU-Vorsitzende Huber und der ehemalige Bundesverkehrsminister Ramsauer stimmten in die Schuldvorwürfe gegen Seehofer ein: Sie hätten den größten Knick ihrer Karriere Horst Seehofer zu verdanken.

Auch die Medien sehen Seehofer als das Problem – Merkel wird gestützt. Seehofer habe mit seinem Konfrontationskurs gegen Merkel offenbar die Wähler verschreckt. Jetzt seien personelle Konsequenzen angebracht. Medien und Politiker haben ihr Bauernopfer also gefunden: Horst Seehofer. Merkel trägt keine Mitschuld am Wahlergebnis, so der mediale Tenor. Ob sich Seehofer davon beeindrucken lässt, wird sich zeigen. Seehofer kündigte schon des Öfteren seinen Rücktritt an und ist immer noch da.

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