Schwarzarbeit und Betrug auf EU-Baustelle

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Politiker behaupten immer, Bargeld müsse abgeschafft werden, um gegen Kriminalität, Korruption, Terrorismus und Schwarzarbeit vorzugehen. Nun ist die EU selbst von Schwarzarbeit und Betrug betroffen. Wie die „Luzerner Zeitung“ berichtet, waren beim Bau des neuen EU-Ratsgebäudes in Brüssel Betrügereien der involvierten Firmen ans Tageslicht gekommen. Ein riesiger Prunk-Bau wurde als „Europa-Ratsgebäude“ hingestellt. In dem Gebäude, wo heute EU-Staats- und Regierungschefs tagen, kam es zu Schwarzarbeit und Betrug.

Anscheinend haben die EU-Schutzmaßnahmen versagt. Die belgische Zeitung „De Standaard“ hatte den Fall aufgedeckt. Demnach wurde ein bulgarischer Arbeiter im Jahr 2012 zusammen mit weiteren sieben Kollegen ohne Vertrag und Versicherungen auf der Baustelle angeheuert. Den Lohn erhielten sie freilich in bar. Der Arbeitgeber soll ein „undurchsichtiger „Subunternehmern namens Group Diamonds Services (GDS) gewesen sein, der selbst wiederum eine ganze Reihe an Subunternehmern beschäftigte. Belgische Behörden sollen den Fall jedoch„verschlampt“ haben, hieß es. Als es zunehmend Probleme mit der Auszahlung des Geldes gab, suchte der Bulgare die Konfrontation, so der Medienbericht. Er soll daraufhin die „Quittung bekommen“ und gekündigt worden sein.

Die belgische Arbeitsaufsicht führte aufgrund seiner Beschwerde eine Inspektion bei der GDS durch. Die Firma wurde von der Baustelle verbannt. Der Bulgare hatte geklagt, die belgischen Behörden hatten den Fall aber angeblich „verschlampt“. Inzwischen gilt die Angelegenheit als verjährt. Sein ehemaliger Arbeitgeber GDS soll inzwischen Insolvenz angemeldet haben.

Der Fall zeigt zwar, wie die Baubranche noch immer mit Lohndumping und Schwarzarbeit „billige“ Arbeitskräfte ohne Vertrag und Versicherungen anheuern kann. Dass es dazu gekommen ist, liegt jedoch nicht an der Existenz des Bargelds, sondern an den Schutzmaßnahmen, die in diesem Fall bei der EU versagt haben. Zudem fördert das System der Auftragsvergabe an Subunternehmer die Ausbeutung von billigen Arbeitskräften aus dem Ausland. Je mehr Subunternehmen beteiligt sind, desto schwerer ist nachzuvollziehen, ob Arbeitsgesetze eingehalten werden. Ein Skandal der EU, der sich einreiht in eine Menge anderer Skandale. Klicken Sie hier.

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