Putin zitiert Erdogan nach Moskau

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Bei der Pressekonferenz am Donnerstagmorgen war den beiden Staatsoberhäuptern Erdogan und Putin deutlich die gegenseitige Antipathie und die Anspannung anzumerken. Nachdem die Situation im nordsyrischen Idlib eskaliert ist, hat Putin Erdogan nach Moskau zitiert. Erdogan hat sein Militär im Oktober 2019 in der nordsyrischen Provinz Idlib einmarschieren lassen, um dort angeblich gegen die letzten IS-Rebellen zu kämpfen. Wie sich nun herausstellte, richtete sich Erdogans Militär gegen die syrischen Regierungstruppen des syrischen Präsidenten Assad.

Assad wiederum wird von Putin unterstützt, damit die Terrororganisation „Islamischer Staat“ endgültig in Syrien vernichtet werden kann. Erdogan hingegen witterte in Idlib und unter dem Vorwand, gegen den IS zu kämpfen, seine Chance, das türkische Territorium zu vergrößern und syrische Landesteile zu besetzen. Angesichts der Eskalation in Syrien und der von Erdogan an die EU-Grenze getriebenen Migranten sah sich Putin nun veranlasst, Erdogan in seine Schranken zu weisen. Erdogan behauptete zwar, er sei nach Moskau gereist, weil Putins Kalender eine Reise in die Türkei nicht zugelassen hätte. Das ist jedoch Unfug, denn Putin hat hier das Sagen.

Erdogan musste einsehen, dass er gegen Putin kaum eine Chance hat, sollte dieser militärisch eingreifen. Daher kündigte der türkische Autokrat im Vorfeld an, er „hoffe auf eine Waffenruhe“ oder andere Lösungen im Zusammenhang mit der Region um Idlib. Vor den Kameras teilten die beiden Staatschefs lediglich mit, „dass es in der Region viele Probleme gebe und dass man hoffe, sich einigen zu können“. Erdogan unterstützte mit seinen türkischen Soldaten die Rebellen gegen Assad. Dieses Verhalten steht jedoch im Widerspruch zu dem, was Putin und Trump wollen, nämlich Frieden in der Region und die Vernichtung der Terrororganisation IS. Für wen also arbeitet Erdogan? Wer hat ein Interesse daran, dass die Terrororganisation weiter operieren kann?

Nach mehrstündigen Gesprächen einigten sich Putin und Erdogan zunächst auf eine Waffenruhe. Wir dürfen gespannt sein – auch im Hinblick auf die neue Migrationskrise an der türkisch-griechischen Grenze – wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. Putin hat den Zündler Erdogan zunächst in seine Schranken verwiesen. Merkel gelingt dies offenbar nicht – und deren Rolle beleuchten wir hier…

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