Orbán: „Mit Merkels Flüchtlingspolitik würde ich aus dem Amt gejagt“

In einem Interview mit der „Bild“ sagte Viktor Orbán, das Ertrinken von Migranten im Mittelmeer sei das Resultat der europäischen Migrationspolitik. Europas Politiker würden Migranten auch noch ermutigen, in die EU zu reisen. Wenn man dem Sterben ein Ende setzen wolle, müsse man die Menschen bereits daran hindern, sich überhaupt auf den Weg zu machen.

Zudem müsste jeder im Mittelmeer aufgenommene Migrant wieder zurück nach Afrika gebracht werden. Nur so könne das Sterben im Mittelmeer verhindert werden. Die Außengrenzen der EU müssten endlich wirksam geschützt werden. Niemand dürfe mehr „reingelassen oder reingebracht“ werden. Zudem müsse man aufhören „Botschaften“ nach Afrika zu senden, die es als ein lohnenswertes Ziel darstellen, nach Europa zu reisen.

Ungarn werde seine eigenen Außengrenzen weiterhin schützen und lieber Hilfsmittel in Länder und Gebiete schicken, die in Not seien. Es müsse jedem EU-Mitgliedstaat selbst überlassen sein, darüber zu entscheiden, Migranten aufzunehmen oder nicht. Ungarn habe entschieden: Man wolle keine Masseneinwanderung aus Afrika. Selbstverständlich würde man Frauen und Kindern an ungarischen Grenzen Hilfe gewähren. Jedoch Wirtschaftsmigranten werde Ungarn nicht aufnehmen.

Die Politik von Kanzlerin Merkel könne Orbán in Ungarn nicht vertreten. Denn dann werde er noch am selben Tag aus dem Amt gejagt, sagte Orbán im Interview. Es sei nicht seine Aufgabe, die Politik der Kanzlerin zu bewerten. Jedoch sei Merkel nicht für die Frage zuständig, wer in Ungarn leben dürfe und wer nicht. Orbán erlaube sich auch nicht zu bestimmen, wer in Deutschland lebt und wer nicht. Merkel hatte nach dem EU-Gipfel im Juni angekündigt, dass es eine Einigung zur Verteilung und Rücknahme von Flüchtlingen gegeben habe. Dieser habe Ungarn jedoch nicht zugestimmt, entgegen der Medienmeldungen, sagte Orbán. Er sei jederzeit bereit, zu verhandeln. Das habe er in Brüssel deutlich gemacht. Jedoch nicht zu Merkels Bedingungen, sondern zum Wohle Ungarns.

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