Neuer Gift-Verdacht in Salisbury erinnert an Skripal-Fall

Zwei Menschen sind erneut mit einer „unbekannten Substanz“ bei Salisbury in Kontakt gekommen und schweben in Lebensgefahr. Der neue Gift-Verdacht weckt düstere Erinnerungen an den Skripal-Anschlag von Anfang März. Die am Wochenende mit der offenbar giftigen Substanz in Kontakt gekommenen Personen wurden in ein Krankenhaus in Salisbury eingeliefert. Jetzt untersuchen Beamte der Terrorabwehr gemeinsam mit der Polizei den Fall.

Der „Zwischenfall“, den die Nachrichtenagenturen meldeten, weist starke Parallelen zum Fall Skripal auf. Zunächst versuchten Polizei und Medien die Sache herunterzuspielen. Dennoch zeigte ein Blick in die britischen Lokalzeitungen, dass wohl doch größerer Aufklärungsbedarf besteht, als angenommen. Polizei und Beamte der Terrorabwehr sperrten derweil zahlreiche Örtlichkeiten ab und untersuchen die abgesperrten Bereiche mit Chemieschutzanzügen.

Amesbury, wo die beiden Personen aufgefunden wurden, liegt nur wenige Kilometer von Salisbury entfernt. Der Fundort der beiden Personen ist zudem nur wenige hundert Meter vom britischen Chemiewaffenlabor „Porton Down“ und nur wenige Meter vom Grenzzaun des Militärstützpunktes „MoD Boscombe Down“ entfernt, der mittlerweile von einem privaten Rüstungsunternehmen betrieben wird. All diese Informationen wurden in den Medien nicht kommuniziert.

Die Behörden gingen zunächst von einem „Drogenunfall“ aus. Die Medien berichteten noch am Samstagabend, dass der „Zwischenfall“ im Zusammenhang mit Drogen stehe. Eine Lokalzeitung berichtete jedoch von Zeugenaussagen, nach dem alle Anwohner in der Nachbarschaft von Polizei, Feuerwehr und Notfallambulanz aus ihren Häusern evakuiert wurden. Personen in Chemieschutzanzügen erschienen vor Ort. Das passt nicht mit der ursprünglichen Version des „Drogenfalls“ zusammen.

Ob es sich bei dem „Zwischenfall“ um einen Anschlag oder Unfall handelt, müssen die eingeleiteten Laboruntersuchungen ergeben. Nach wie vor sind alle Fragen im Fall Skripal unbeantwortet. Die britische Regierung macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich, ohne Beweise für den Vorwurf zu haben. Zwar gibt es bei dem neuerlichen „Zwischenfall“ noch keine Mutmaßungen über Verantwortliche seitens der britischen Regierung. Die Medienmeldungen über den Vorfall kamen allerdings zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, nämlich als die englische Fußballmannschaft bei der WM in Russland das Viertelfinale erreicht hat. Ob es da einen Zusammenhang gibt? (57)

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