Nach Tod des zweiten Nowitschok-Opfers: Russland soll verantwortlich sein

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Die 44-jährige Britin soll an den Folgen einer „Nowitschok“-Vergiftung gestorben sein. Die britischen Strafbehörden ermitteln jetzt wegen Mordverdachts. Der angebliche Nowitschok-Tod hat bei einem britischen Abgeordneten und einem Mainstream-Journalisten eine neue Welle an Vorwürfen gegen Russland ausgelöst. Kurz nachdem Scotland Yard die Mordermittlungen in Amesbury eingeleitet hatte, zeigten diverse britische „Chemiewaffenexperten“ mit dem Finger auf Moskau.

„Dies war ein Mord an einem britischen Staatsbürger als Folge der Verwendung eines chemischen Nervengases, das vom russischen Staat hergestellt wurde“, schrieb ein Abgeordneter auf Twitter. Auch andere Russlandreporter und Korrespondenten schlossen sich dieser Behauptung an.

Bis die britische Regierung Russland für den Vorfall in Amesbury verantwortlich machen würde, war vermutlich nur eine Frage der Zeit. Der britische Verteidigungsminister Williamson machte Russland jetzt direkt für die Vergiftung verantwortlich. „Die einfache Realität ist, dass Russland einen Anschlag auf britischem Boden verübt hat, der zum Tod einer britischen Bürgerin geführt hat. Ich glaube, dass die Welt darin mit uns übereinstimmt und es verurteilt“, sagte Williamson vor dem Unterhaus.

Doch nur nach wenigen Tagen und trotz der Vorwürfe gegen Russland verhält sich die britische Presse jetzt so, als ob sie an der Aufklärung der Verantwortlichkeit nicht interessiert sei. In den Medien wird der Fall inzwischen heruntergespielt, der Gifttod der 44-Jährigen ist auf keiner Titelseite zu finden, ganz im Gegensatz zum „Skripal-Fall“, der wochenlang auf Seite eins stand.

Theresa May bezeichnete den neuen Gift-Fall als „schockierend“. Doch wie die beiden Bürger mit Nowitschok in Berührung gekommen sein sollen, kann die Regierungschefin nicht beantworten. Auch zum Skripal-Fall gibt es bislang keine Antworten und Beweise, obwohl Skripal und seine Tochter längst wieder genesen sind und Fragen beantworten könnten.

Im neuen Gift-Fall gerät die britische Regierung in Erklärungsnot. Vermutlich ist das Gift aus dem militärischen Chemiewaffen-Labor Porton Down entwichen oder alle Gift-Quellen sind nach dem ersten Anschlag nicht beseitigt worden. Denkbar ist auch, dass die beiden „Drogenabhängigen“ einem Versuch zum Opfer gefallen sind. Der erneute mutmaßliche Tod durch Giftgas sollte allerdings Anlass für eine internationale Untersuchung sein, um der Frage nachzugehen, wie ein starkes Nervengift auf die Straßen kleiner Städte in Großbritannien gelangt.

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