Lauterbach-Rechnung macht Angst: 500.000 „Neuinfektionen pro Tag“?

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Karl Lauterbach hat wie schon im Frühjahr nun wieder Rechnungen zum Ausmaß und zur Verbreitung der Corona-Pandemie veröffentlicht bzw. der Öffentlichkeit überstellt. Die Zahlen sind horrend. Warum?

Lauterbach: R-Wert 1,3

Auf Twitter hatte Lauterbach vorgerechnet, das die Zahl der täglichen Neuinfektionen bis Weihnachten bei mehr als 500.000 liegen könne. Aktuell sind es in den vergangenen Wochen an keinem einzigen Tag mehr als 8.000 Fälle gewesen. Damit würde dann, so die Rechnung weiter, die Zahl der „zusätzlichen Todesfälle“ bei über 60.000 liegen. Derzeit sind in Deutschland weniger als 10.000 Menschen – offiziell – an oder mit dem Corona-Virus gestorben. Lauterbach selbst hält in einem Interview mit dem „Deutschlandfunk“ das vorgetragene Szenario für nicht wahrscheinlich, „weil dann würden wie viel schneller eingreifen.“

Oder um es deutlicher zu sagen: Steigen die Zahlen sehr schnell, kommt es zu massiven oder massivsten Maßnahmen. Lauterbach nimmt für sein Szenario den R-Wert von 1,3 an. Jeder „Infizierte“ also würde 1,3 Menschen anstecken. Jüngst war diese Zahl gemessen worden. Wenn der R-Wert nicht sinken würde, dann würde „tatsächlich auch ein Lockdown kommen müssen“.

Die Lauterbach-Zahl ist spektakulär. Kritiker meinen aber: deutlichst zu hoch. Es geht nicht um „Infizierte“, sondern um Menschen, denen bei dem PCR-Test positiv Viren oder „Trümmer von Viren“ nachgewiesen werden. Ob diese Menschen infektiös sind oder gar erkranken bzw. erkrankt sind, lässt sich an dieser Zahl nicht ablesen.

Auch andere Zahlen von Lauterbach geben Rätsel auf: Die Sterblichkeit läge bei 1 % in Deutschland, unabhängig von internationalen Studien. In Deutschland sind bis dato knapp 10.000 Menschen an und mit dem Virus verstorben, darunter auch viele ohnehin Ältere oder sehr Kranke. Insgesamt gibt es laut Johns-Hopkins-University in Deutschland bis dato 364.664 „Fälle“ und 9.785 Fälle. Das bedeutet, selbst bei den offiziell bekannten Zahlen liegt ein Sterblichkeitsfaktor von 2,6 % vor, wie eine ganz einfache Rechnung zeigt (9785 / 364664). Fraglich ist einzig, wie hoch die Dunkelziffer der nicht erkannten „Infizierten“ ist. Das RKI hat eine Studie angesprochen, nach der Mitte September 1,25 % der Bevölkerung „spezifische Antikörper“ entwickelt hätten. Bei einer Bevölkerungszahl von 80 Millionen errechnen wir daraus mehr als 1 Million „Infizierter“ in Deutschland. Zum Erhebungszeitpunkt hätte die Dunkelziffer einen Faktor von 4 gehabt. Bezogen auf die Sterblichkeitsrate würde dies einen Wert von 0,6 % ausmachen. Wir arbeiten daher mit anderen Zahlen als Herr Lauterbach – hier.

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