Internationale Presse: Merkels Macht ist schwer beschädigt

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Die internationale Presse bestätigte heute, was jeder weiß, sich aber keiner traut, auszusprechen: Merkels Autorität ist nach der Abwahl von Kauder schwer beschädigt. Als „kleine Palastrevolution“ wird das Ergebnis der Wahl zum Unionsfraktionsvorsitzenden bezeichnet.

So schreibt das „NRC Handeslblad“ aus Amsterdam, dass sich die Fraktion unabhängiger von Merkel aufstellen wolle, berichtet die „Welt“. Zugleich schauen die Abgeordneten mit diesem Wahlergebnis bereits in die Zukunft, in die Ära nach Merkel. Nachdem die Koalition von Union und SPD erst durch eine äußerst schwierige Regierungsbildung zustande kam, stand sie innerhalb eines Jahres bereits zwei Mal kurz vor dem Aus. Doch erschreckender für Merkel dürfte es sein, dass die Unionsfraktion nicht mehr davor zurückschreckt, eine „kleine Palastrevolution“ zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt zu entfesseln. Es ist zu bezweifeln, dass sich die Fraktion unter Brinkhaus automatisch hinter die Kanzlerin stellt.

Der Züricher „Tages-Anzeiger“ schreibt, dass Merkels Autoritätsverlust wächst. Es half denn nun auch nichts, dass Merkel am Vortag der Kauder-Abwahl einen „Fehler im Umgang mit Maaßen“ einräumte. Der Autoritätsverlust von Merkel schreitet immer schneller voran. Im Oktober werden bei den Landtagswahlen in Hessen und Bayern schwere Verluste für CDU und CSU erwartet. Im Dezember soll Merkel zur Vorsitzender der CDU wiedergewählt werden. Auf die „traditionelle Disziplin“ ihrer Partei kann Merkel dann wohl nicht mehr zählen.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt, dass das Ende der Ära Merkel in Sicht ist. Später, wenn Merkel nicht mehr Kanzlerin sei, werde man sich an den 25. September erinnern. An den Tag, als die CDU-Abgeordneten dieser Frau ihre Gefolgschaft gekündigt haben und einen von Merkels engsten Vertrauten fallen ließen. Wann das sein wird, weiß keiner. Fest steht jedoch, dass das Ende von Merkel in Sicht ist.

Die „Times“ in London schreibt, dass Merkels Autorität beschädigt ist. Sie sei durch einen „Überfall aus den eigenen Reihen“ schwer beschädigt worden, berichtet die „Welt“ weiter. Mehr als die Hälfte der Abgeordneten hätten sich im Parlament entschlossen, „ihre rechte Hand“ zu entthronen“. Die Kanzlerin habe damit eine Vertrauensabstimmung hinsichtlich ihrer Führung verloren. Nach einer 13 Jahre währenden Herrschaft wurde Volker Kauder überraschend gestürzt. Diese Kampfansage an die Kanzlerin werde von der Opposition als erster Akt der Merkeldämmerung bejubelt.

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