In Hessen geht es auch um Berlin

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Die Hessen-CDU hat am Montag ihr neues Wahlplakat präsentiert: „Jetzt geht’s um Hessen“, steht darauf. Das stimmt zwar, doch nicht ganz. Denn bei der Wahl am 28. Oktober steht viel mehr auf dem Spiel, als die künftige Regierung in Wiesbaden. An dieser Wahl hängt die Zukunft der Großen Koalition in Berlin, denn diese Wahl hat erheblichen Einfluss auf die Kanzlerin und die SPD-Vorsitzende Nahles. Es geht in der zweiten wichtigen Landtagswahl ums Ganze.

In Hessen zeigt sich der politische Kampf um Schwarz-Rot in Berlin auch. In keinem Bundesland gab es zwischen CDU und SPD derartige Konflikte. Ausgerechnet jetzt könnte aber eine große Koalition in Hessen zur Rettung für die Groko in Berlin werden. Dennoch will man den Wählerinnen und Wählern in Hessen deutlich machen, dass es bei der Landtagswahl einzig um Hessen geht und nicht um Berlin, sagte der Vorsitzende der hessischen Landtagsfraktion Boddenberg.

Das Ziel der CDU ist es, Ministerpräsident Bouffier im Amt zu halten. Denn sonst dürfte es im Dezember bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitz mit Angela Merkel aus sein. Die SPD muss alles daran setzen, an die Regierung zu kommen. Denn sonst könnte auch die Berliner SPD aus der GroKo aussteigen. Ob die SPD nach dem Wahldebakel in Bayern in Hessen Stimmen gewinnen kann, ist fraglich.

Die neusten Umfragen zeigen jedoch, dass die Stimmen für SPD und Grüne überraschend steigen. In einer neuen Civey-Umfrage sacken die Werte für Bouffiers CDU wenig überraschend ab. Nach aktuellen Umfrageergebnissen könnte es aber für eine „weiter so“ Schwarz-Grüne-Koalition“ nicht mehr reichen. Es blieben demnach drei Koalitionsoptionen: Eine GroKo, ein rot-grün-rotes Bündnis sowie eine Jamaika-Koalition. Für eine Ampelkoalition wird es vermutlich keine Mehrheit geben.

Für die Hessen-CDU dürfte es am 28. Oktober dennoch eng werden. Denn solange Angela Merkel Kanzlerin ist, wird die Union verlieren, gleichgültig in welchem Bundesland. Die „Welt“ vermutet in ihrer Analyse, dass die Hessen-CDU ein ähnliches Debakel wie die Bayern-CSU erleiden könnte: „Ein disziplinierter CDU-Landesverband, der mit den Grünen regiert und Merkel unterstützt, verliert genauso viele Stimmenanteile wie eine schlingernde CSU, die die Grünen und Merkel bekämpft. Wenn das am 28. Oktober tatsächlich so kommt, dann hat die hessische CDU seit der Übernahme des CDU-Bundesvorsitzes durch Angela Merkel 2000 nahezu die Hälfte der Wähler verloren.“

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