Heiko Maas fordert mehr Respekt von Donald Trump

Nach dem vordergründig chaotisch erschienenen Nato-Gipfel meldet sich jetzt Bundesaußenminister Heiko Maas wieder zu Wort. Dieses Mal rügte er den US-Präsidenten Donald Trump: In Berlin herrsche Entsetzen über Trump. Maas forderte den US-Präsidenten auf, die internationale Ordnung mehr zu respektieren. Höhere Ausgaben für Militär würden die Welt nicht sicherer machen. Dies habe nichts mit seriöser Sicherheitspolitik zu tun. Doch „wir brauchen wieder dringend mehr Respekt für Regeln und die internationale Ordnung“, twitterte Maas und warf Trump Zerstörungslust vor.

Trump gefährde sogar die westliche Sicherheitsarchitektur. Es „gehe hier nicht um die höchsten Einschaltquoten oder den erfolgreichsten Tweet“, sagte Maas dem „Spiegel“ in einem Interview. Europa könne es sich nicht einfach so gefallen lassen, dass Trump aus purer Lust an der Provokation alles, was über viele Jahrzehnte aufgebaut wurde, zerstöre. Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben sei zwar erforderlich und auch im Finanzplan der Großen Koalition vorgesehen. Denn die USA seien als Partner weniger berechenbar geworden. Daher müsse Europa mehr in seine eigene Sicherheit investieren, so Maas.

Zudem wies er Trumps Behauptung zurück, Deutschland habe sich durch die Erdgas-Verträge von Russland abhängig gemacht. Deutschland sei weder „Gefangener der USA noch von Russland“. Bei Trump sei „vieles durcheinandergeraten“. Sämtliche Entscheidungen über den deutschen Bundeshaushalt, die Energieversorgung sowie die Handelsbeziehungen treffe Deutschland frei und souverän.

Auch Ex-SPD Chef Martin Schulz meldete sich zu Wort. Er forderte Merkel auf, sich Trumps Vorgaben nach einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben „entschlossen entgegenzustellen“. Trump gefährde mit seiner „absichtlichen“ Spaltung der Nato und der „Verachtung ihrer Werte“ den Weltfrieden, empörte sich Schulz.

Entweder leidet Heiko Maas an Realitätsverlust oder er meint den Bürgern noch immer glaubhaft machen zu können, dass die Bundesrepublik ein souveräner Staat sei. Maas scheint zu vergessen, dass Deutschland de facto noch immer ein besetztes Land ist – und zwar von den USA, und dass Deutschland im Gegenzug bis heute von den USA „beschützt“ wurde. Trump spielt mit dem Gedanken, sich in der Nato zurückzuziehen. Die USA hat bislang über 70 % der Nato-Kosten getragen. Sie haben im Vergleich zu Russland und Europa den größten Teil in Rüstung gesteckt. Damit erklärt sich auch der Gedanke der Forderung, die Rüstungsausgaben zu erhöhen. Denn Europa ist ohne die USA dann wieder auf sich selbst gestellt. Deshalb ist das Geschrei hier so laut. In Deutschland will man nicht anerkennen, dass die „alte Weltordnung“ gerade abgeschafft wird.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick