Gesundheitsminister Spahn will Organspende-Pflicht einführen

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Weil in Deutschland 10.000 Menschen auf ein fremdes Organ warten, jedoch nur rund 2.500 Organe jährlich gespendet werden, will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Organspende zur Pflicht machen. Jeder soll automatisch Organspender sein, wenn er nicht selbst oder jemand aus der Familien widerspricht, sagte Spahn der „Bild“-Zeitung. Nur so können die Organspende zum „Normalfall“ werden. Zudem will Spahn die Diskussion in den Bundestag bringen. Das Thema gehöre dorthin, so Spahn und sein Vorschlag bekam bislang viel Zustimmung.

Diese Neuregelung stellt zwar einen Eingriff des Staates in die „Freiheit des Einzelnen“ dar. Doch bislang seien alle Versuche der Politik, die zurückgehende Zahl der Organspender wieder zu erhöhen, erfolglos geblieben, so Spahn. Deshalb muss eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung geführt werden, sagte Spahn. Krankenhäusern fehle es oft an Zeit und Geld, potentielle Organspender zu identifizieren. Deshalb will Spahn die Zahl der Organspenden durch eine bessere Vergütung der Krankenhäuser erhöhen.

Merkel pflichtet bei

SPD-Vize-Fraktionschef Karl Lauterbach sagte der „Rheinischen Post“, er sei ein klarer Befürworter der Widerspruchslösung. Es sei eine Schande, dass derzeit so viele Menschen leiden müssten, weil es nicht genügend Spende-Organe gebe. Daher sei es richtig, dass jeder Bürger als potentieller Spender gelte, es sei denn er widerspreche der Organspende. Auch Kanzlerin Merkel befürwortete Spahns Pläne zu einer Neuregelung des Organspende-Verfahrens. Sie findet es richtig, dass die Debatte in den Bundestag getragen wird. Merkel wolle sich mit Interesse an der Debatte beteiligen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Organspende umstritten

Das Thema Organspende ist umstritten. Darf der Gesetzgeber die Organspende zu einer rechtlichen und moralischen Pflicht machen? Oder muss sie freiwillig bleiben? Der Vorsitzende des Deutschen Ethik-Rats, Peter Dabrock, kritisierte Spahns Vorschlag aufs Schärfste: „Die bisherige Organspende trägt den Charakter von Freiwilligkeit und von wohltätiger Solidarität mit Schwerkranken“, sagte der Theologe. Man dürfe den Körper nicht zu einem Objekt staatlicher Sozialpflicht machen. Dann wäre es keine Organspende mehr, sondern eine Organabgabepflicht. Die bisher als selbstverständlich erachtete Integrität des Körpers würde in Frage gestellt.

Die Mutter eines Sohnes, dessen Körper aufgrund der ärztlichen Aussage, er sei tot, zur Organspende freigegeben wurde, sieht das Thema Organspende heute kritisch. Seit mehr als 40 Jahren würden Wissenschaftler darüber diskutieren, ob der Hirntod der Tod eines Menschen sei, wie es die Transplantationsmedizin behauptet oder ob der Hirntod ein Moment im Sterben eines Menschen sei. Mehr als 40 Jahre lang gab es ernstzunehmende Proteste aller wissenschaftlichen Fakultäten, ob der Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen sei.

Hirntote sind nicht wirklich tot

Denn bedeutende wissenschaftliche und ärztliche Befürworter des Hirntodkonzeptes wurden aufgrund ihrer Beobachtungen zu entschiedenen Gegnern des Hirntodkonzeptes. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Hirntod nicht mit dem Tod gleichzusetzen sei. Menschen mit schwersten Schädelhirntraumen, die als hirntot galten, konnten zu 70 Prozent gerettet werden und wieder ein normales Leben führen.

Die Mutter des verstorbenen Sohnes sagt heute, dass sie als Mutter eines sterbenden Kindes dafür Sorge tragen wolle, dass ihr Kind in Ruhe und Frieden sterben dürfe, seinem Tempo gemäß, ohne dass irgendjemand an seinen sterbenden Körper schon Ansprüche anmeldete. Die Mediziner, mit denen sie zu tun gehabt hätte, hätten schwerst hinverletzte Patienten als Organreservoir betrachtet, die nicht um ihrer selbst willen behandelt, sondern nur als Organspender für andere konditioniert worden seien.

Sehen Sie dazu auch das Video: „Organspende – die verheimlichte Wahrheit“

https://www.youtube.com/watch?v=TgGkuD0wUJE

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick