Die Münchner Tafel – Zunehmende Armut in einer reichen Stadt

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München ist eine der teuersten Städte in Deutschland, Tendenz steigend. Das ist bekannt. Wer hier von einer kleinen Rente oder gar von Hartz IV leben muss, wird hier kaum überleben können. Die Lebenshaltungskosten in München sind exorbitant. Vor allem die Mieten fressen nahezu das ganze Geld auf, das monatlich zur Verfügung steht. Durch die Lebenshaltungskosten steigt die Verarmung von Menschen in München zusehends, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist kaum noch möglich.

Folglich ist die Zahl der Menschen, die auf kostenlose Lebensmittel von Tafeln angewiesen sind, in den letzten Jahren explodiert. Waren es vor zwei Jahren noch 18.000 Menschen, die allein von einer Münchner Ausgabestelle der Tafeln mit Lebensmitteln versorgt wurden, sind es dieses Jahr bereits 20.000 Menschen, die hier regelmäßig kostenloses Essen holen müssen, um überleben zu können.

Bereits jeder sechste Münchner gilt als arm. 250.000 Menschen leben in München bereits am Rande der Armutsgrenze. Mehr als 120.000 Münchner müssen Sozialleistungen beziehen, um ihren Lebensunterhalt überhaupt bestreiten zu können. Vor allem die Kinderarmut nimmt zu. Kinder aus armen Elternhäusern und zunehmend alte und ältere Menschen leben am Existenzminimum und sind gezwungen, Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen. Besonders die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter hat unter den „Tafel-Gängern“ zugenommen aber auch immer mehr Rentner sind auf die Hilfe der Tafeln angewiesen.

Viele sind unverschuldet arm geworden. Ein Dachdecker beispielsweise hatte sehr gut verdient, monatlich rund 2.500 Euro netto. Nach einem Bandscheibenvorfall wurde er von seiner Firma entlassen und arbeitslos. Er fand keine Anstellung mehr. Inzwischen muss der Dachdecker von Hartz IV leben. Für den Lebensunterhalt bleibt nach Abzug der Fixkosten nichts mehr übrig. Um überhaupt etwas zu essen zu haben, ist er darauf angewiesen, zur Tafel zu gehen. Kinobesuche oder andere kulturelle Veranstaltungen kann er sich gar nicht mehr leisten, geschweige denn einen Café-Besuch. Armut macht einsam, denn auch die meisten Freunde gehen verloren, wenn man am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen kann.

Doch nicht nur Arbeitslose müssen sich Lebensmittel bei Tafeln holen. Auch bei vielen Berufstätigen reicht das Geld trotz Arbeit kaum aus. Viele Menschen überschulden sich, weil die hohen Mietkosten dauerhaft kaum zu bezahlen sind. Kommen dann noch unvorhergesehene Fälle dazu, steigen die Schulden. Ein Teufelskreis.

Viele sind bitterarm in einer reichen Stadt, Tendenz steigend. Die Verantwortlichen sitzen in Berlin und lassen es sich gut gehen. Ursache des Verfalls des deutschen Sozialstaats war die Agenda 2010, die von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführt wurde; entworfen hat sie der heutige Finanzminister Olaf Scholz. Zwar ist Schröder für die Einführung verantwortlich, doch seine Nachfolger haben bis heute nichts unternommen, um die Folgen dieser verantwortungslosen Politik zu revidieren. Im Gegenteil. Unter Kanzlerin Merkel geht es seit Jahren mit dem Wohlstand in Deutschland rasant bergab.

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