DDR 2.0 – Kabarettist entlassen, Satiriker gemobbt

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Wie weit es mit der Meinungsfreiheit in Deutschland gekommen ist, zeigt das Beispiel der beiden Kabarettisten Dieter Nuhr und Uwe Steimle, die für das öffentlich-rechtliche Fernsehen tätig sind. Seitdem sich der Comedian Dieter Nuhr mittels einer Satire über Greta Thunberg geäußert hat, hagelt es Kritik in den Medien. Allerlei Behauptungen, was er gesagt haben soll, werden Nuhr in den Mund gelegt. Die Hetze, die gegen den Satiriker losgetreten wurde, kann man nicht mehr als Verteidigung von Political Correctness bezeichnen, sondern als Diffamierung in einem Denunzianten-Staat.

Bislang hält sich Dieter Nuhr noch. In einem Interview hat sich der Kabarettist nun erneut gegen die Kritik gewehrt und klargestellt, dass er keine seiner Äußerungen zurücknehmen will. Nuhr warnte zudem davor, dass sich die Gesellschaft immer mehr radikalisiere. Auf die Frage, auf welchen seiner Sprüche aus der Vergangenheit er verzichten würde, sagte Nuhr dem „Stern“: „Auf keinen. Wenn mir jemand erklären kann, dass ich etwas Falsches gesagt habe, ändere ich sofort meinen Text, kein Problem. Aber das hat bisher niemand getan.“

Er könne keine Rücksicht nehmen auf „Menschen, die andere Meinungen nicht mehr ertragen, weil sie in ihrer Blase damit in der Regel nicht mehr konfrontiert werden“. Die Greta-Pointe halte er für besonders gelungen: „Deswegen hat sie die Hysterie ja ausgelöst, weil sie den wunden Punkt getroffen und den zentralen Konflikt auf den Punkt gebracht hat.“ Dass er deswegen von einigen Kritikern nun in die Nähe der AfD gerückt werde, bezeichnete Nuhr als „völlig irrsinnig“: „Ich betone in jeder Sendung, wie dumm völkisches Denken ist. Wer mich in die Nähe der AfD bringen will, hat das Ziel, mich zum Schweigen zu bringen, weil ich Unbequemes formuliere“, so Nuhr. Nuhr sagte in seiner ARD-Show unter anderem: „Was tut Greta bei Kälte? Heizen kann es ja wohl nicht sein.“ Es ist fraglich, wie lange man Nuhr noch bei der ARD auftreten lassen wird.

Einem anderen Kabarettisten, dem Schauspieler und Satiriker Uwe Steimle, hat man nun jedoch die Kündigung ausgesprochen. Steimle machte die Sendereihe „Steimles Welt“ für den MDR. Der Sender hatte jetzt die Zusammenarbeit mit dem Satiriker beendet. Auch Steimle hatte mit „umstrittenen“ Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht. Steimle hatte wiederholt die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage gestellt. Er warf den ÖR unter anderem mangelnde Staatsferne vor. Der MDR kündigte an, er „sehe keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, hieß es in einer Mitteilung auf Twitter. Die MDR-Sendereihe „Steimles Welt“ werde 2020 nicht mehr fortgesetzt.

Uwe Steimle kommentierte, die Kündigung des MDR sei nicht unbedingt überraschend gekommen. Doch er sei „maßlos enttäuscht“. Seine Sendung sei der „Farbtupfer“ gewesen und habe „die Lebenswirklichkeit“ abgebildet. Nach Steimles Aussagen würden nun sieben Ausgaben von „Steimles Welt“ wie in einem „Giftschrank“ des MDR lagern.

Der Kabarettist sieht bei sich kein kritikwürdiges Verhalten: „Ich habe meine Arbeit immer ordentlich gemacht. Man hat seit Wochen einen Grund gesucht, um mich loszuwerden. Ich wurde entfernt, das ist eindeutig Berufsverbot, Zensur ersten Grades!“, sagte Steimle auf der Webseite Tag24. Steimle sieht in seiner Personalie einen gravierenden Fall, der deutlich über seinen Rauswurf hinausgeht: „Eine Demokratie, die der freien Meinungsäußerung keinen Raum lässt, muss sich fragen lassen, ob sie noch eine Demokratie ist“, sagte er. Dieser Fall passt in die Zensurpolitik, die wir hier dokumentieren. 

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