Das Ende des Öl-Standards und der neue Goldstandard

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Das Scheitern der OPEC-Gespräche in Wien am Freitag und die Ankündigung Saudi-Arabiens, eine Erhöhung seiner Marktanteile durch billiges Öl anzustreben, hat zu einem historischen Preisverfall des Öls geführt. Der Ölpreis ist am Montag um mehr als 20 Prozent, also massiv gefallen und hat sich in diesem Jahr, was noch sehr jung ist, bereits halbiert.

Solche dramatischen Preisschwankungen können einen ziemlichen Schock auslösen. Für aufgrund der Klimahysterie angeschlagene Fluggesellschaften und für die Verbraucher könnte dies jedoch eine gute Nachricht sein, denn Treibstoff wie Kerosin, Diesel und Benzin dürften nun bald wesentlich billiger werden.

Inflation könnte am Ölpreis scheitern

Für die Ölindustrie, die stark fremdfinanziert ist, dürfte der Preisverfall jedoch zum großen Problem werden, was wiederum den Banken und Kreditinvestoren schaden wird. Das wiederum wird die Federal Reserve noch mehr unter Druck setzen, die Zinsen weiter zu senken. Die Zentralbanken wollen jedoch die Inflation künstlich erhöhen. Der Preisverfall des Öls dürfte diese Pläne nun vereiteln.

Normalerweise suchen Menschen in Angst vor dem Finanzkollaps Zuflucht im Dollar. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Ölpreis fällt. Der Dollar korrelierte bislang in der Regel mit dem Ölpreis und schoss während des letzten großen Ölpreisverfalls Ende 2014 in die Höhe. Dieses Mal ist das jedoch nicht der Fall. Der Dollar ist gegenüber dem japanischen Yen auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen, während Gold zum ersten Mal seit 12 Jahren die Marke von 1.700 Dollar pro Unze überschritten hat.

Langfristig dürften jedoch alle von günstigeren Ölpreisen profitieren. Die historisch niedrigen Anleiherenditen sind auch eine Einladung des Marktes an die Regierungen, sich so viel zu leihen, wie sie wollen. Kurzfristig dürfte aber ein Run auf Bank- und Energieaktien zu erwarten sein. Denn angesichts der aktuellen Deflationsanzeichen dürften zyklische Aktien (Aktien von Unternehmen, die besonders konjunkturabhängig sind) unter Druck geraten.

Was sich derzeit bei der OPEC und auf dem Ölmarkt abspielt, ereignet sich so nur alle paar Jahrzehnte. Tatsächlich dürfte eine internationale Änderung der Finanzordnung kurz bevorstehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg regierte das Abkommen von Bretton Woods – der Dollar war an das Gold gebunden.

Das Bretton Woods Abkommen stellte eine lockere Form des Goldstandards dar und existierte bis 1971. Damals beendete US-Präsident Nixon die Goldanbindung, weil sie der expansiven Finanzpolitik im Weg stand und sich dieser dadurch eine Wiederwahl erhoffte. Das Ergebnis war ein gewaltiger Schock der bisherigen Weltordnung. Mit dem Wegfall der Goldanbindung nahm das Finanzsystem eine neue Anbindung, nämlich an das Öl an – der Ölstandard (Petro-Dollar) war nun maßgebend.

Die Ära des Ölstandards endete in den frühen 1980er Jahren. Die Märkte hatten das Vertrauen in die Zentralbanken, die Inflation zu kontrollieren, verloren. Die Fed erhöhte die Zinssätze noch mehr und provozierte damit eine Rezession, welche schließlich alle überzeugte, dass Zentralbanken die Inflation (vermeintlich) kontrollieren können. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und der Wiederaufstieg Chinas leitete schließlich eine neue Ära des Vertrauens in die Handlungsweise der Zentralbanken ein, um die Wirtschaft zu regulieren.

Diese Ära scheiterte schließlich in der Finanzkrise von 2007 bis 2009. Heute sind wir erneut an dem Punkt angekommen, dass man der Kontrolle der Zentralbanken über Inflation und Deflation nicht mehr Vertrauen schenkt. Die beiden Schocks der Corona-Epidemie und des Ölpreisverlusts scheinen nun das Vertrauen in die Fed endgültig erschüttert zu haben.

Die Welt scheint an einem Punkt angekommen, den sie bereits vor einem Jahrzehnt erreicht zu haben schien: Eine neue Finanzordnung ist jetzt notwendig. Ein Jahrzehnt der monetären Expansion hat das Thema verzögert. Die Anpassung an die Realität könnte für die Staatsfinanzen und für die Währungen jetzt zur Probe werden. Der Zusammenbruch der Fiat-Währung könnte kurz bevorstehen. Die Aussicht auf die Rückkehr zum Goldstandard könnte bald zur Realität werden. Es ist zu hoffen, dass es gelingt, die neue Finanzordnung so sanft wie möglich zu etablieren. Ganz ohne Verluste dürfte dies jedoch nicht ablaufen.

Dass der Goldstandard und damit das Ende des Schuldgeldsystems kommen wird, erscheint recht sicher. Denn in den vergangenen Jahren sind die Goldkäufe der Zentralbanken regelrecht explodiert. Vergangenes Jahr kauften sie über 640 Tonnen Goldbarren – fast doppelt so viel wie 2017. Die europäischen und asiatischen Zentralbanken waren beim Goldkauf die aggressivsten. Deutschland hat 2017 über die Hälfte seiner Goldreserven aus den USA und Großbritannien wieder nach Frankfurt geholt.

Goldreserven bieten nicht nur Schutz vor Finanzcrashs oder Inflation. Sie bieten auch die Möglichkeit, wieder den Goldstandard einzuführen, den US-Präsident Nixon 1971 abgeschafft hatte. Wir berichteten bereits vor einem Jahr, dass der massive Goldkauf der letzten Jahre System hat. Die italienische Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“ will vor rund einem Jahr an geheime Informationen gekommen sein. Mit dem 29. März 2019, dem Tag an dem der Brexit zuvor geplant war, sollten die Zentralbanken weltweit wieder den Goldstandard einführen. In dem Artikel hieß es, dass „die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, die ‚Bank der Zentralbanken‘, für den 29. März die Wiederbelebung des Goldstandards in der Bankenwelt geplant habe“.

Die Zeitung will zudem herausgefunden haben, dass die BIZ einen Buchhaltungsalgorithmus namens „Basel 3“ eingerichtet habe, der ab dem 29. März das Gold in den Portfolios der Geschäfts- und Investmentbanken zu einem „Cash-Equivalent“ umwandeln solle, einem barwertigen aber risikofreien Vermögenswert. Dieses Vorhaben soll von der Fed, der EZB, der Deutschen Bundesbank, der Bank of England und der Banque de France unterstützt worden sein. Nach den neuen „Basel 3“-Regeln soll Gold in den Bankbilanzen den gleichen Status wie Staatsanleihen haben.

Der aktuell massive Preisanstieg des Goldes dürfte ein recht sicheres Indiz für die oben genannte These sein. Vermutlich sind wir gerade Zeugen der Einführung eines neuen Finanzsystems, eines neuen Goldstandards, das hinter den Kulissen eingeführt wird. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Goldpreis noch weiter steigen wird. Hier finden Sie Vorschläge dazu, wie Sie sich verhalten können.

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