Bundesregierung nutzt Lockdowns um heimlich tödliches Pestizid zuzulassen

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Seit die Corona-Krise von der Bundesregierung ausgerufen worden ist, richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit von Medien und Bürgern fast nur noch auf dieses Thema. Was hinter verschlossenen Türen der Regierung noch so alles an Entscheidungen an der Aufmerksamkeit der Medien vorbei durchgewunken wird, erfahren wir aufgrund des vorherrschenden Themas kaum.

Der deutsch-amerikanische Autor und Publizist William Engdahl hat sich eines Themas angenommen, welches angesichts der Corona-Hysterie fast in Vergessenheit geraten, aber dennoch nicht weniger wichtig ist. Die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat unter den Bedingungen des Lockdowns heimlich eine Entscheidung getroffen, ohne offene Debatten eine verbotene Klasse von Insektiziden, bekannt als Neonicotinoide, wieder zuzulassen. Mit dieser Entscheidung folgte Klöckner einem ähnlichen Schritt der Macron-Regierung und damit bringt die Landwirtschaftsministerin die gesamte Ernährungssicherheit der Europäischen Union in ernste Gefahr.

Ironischerweise traf sie die Entscheidung zu einer Zeit, in der die Lebensmittelversorgung aufgrund der Corona-Krise ohnehin unter großem Druck steht, denn durch die Lockdowns und Sperrungen sind Teile der Lebensmittelketten unterbrochen worden. Klöckner hat am 15. Dezember eine „Notfall“-Zertifizierung für einen „begrenzten“ Einsatz der höchst umstrittenen, insektenvernichtenden Chemikalie, die als Neonicotinoide bekannt ist, genehmigt. Während die Anordnung Klöckners als „Notfall-Ausnahmezulassung“ getarnt ist, argumentieren Umweltorganisationen, dass die nur der Beginn einer heimlichen Wiederzulassung des Insektengifts ist, welches seit 2013 verboten ist.

Das Gift hat dazu geführt, dass ganze Bienenvölker zusammengebrochen und seit 2012 kurz vor dem Aussterben stehen. Mehrere Studien zeigten, dass sich die „Neonics“ in landwirtschaftlichen Bewässerungskanälen, natürlichen Gewässern und Böden, wo sie eingesetzt werden, verbreiten und verbleiben. Die Studien brachten das Insektengift mit einem dramatischen Anstieg des Sterbens von Bienenvölkern in der gesamten EU in Verbindung.

EFSA: Neonicotinoide inakzeptabel hohes Risiko

2013 erklärte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, dass Neonics ein „inakzeptabel hohes Risiko“ für Bienen darstellen und die von der Industrie gesponserten Studien von Bayer, Syngenta und anderen Agrochemie-Konzernen, auf die sich die Regulierungsbehörden bei ihren Behauptungen über die Sicherheit des Insektizids beriefen, fehlerhaft waren. Das führte zum ersten EU-weiten Verbot dieser Chemikalie.

2018 veröffentlichte die EFSA auf Druck der Agrochemie-Industrie einen neuen Bericht, der die Gefährlichkeit von Neonics erneut hervorhob. Darin wurde festgestellt, dass Neonics nicht nur für Honigbienen eine große Gefahr darstellen, sondern auch für Wildbienen. Andere Studien zeigten auch, dass Neonics für das Aussterben von Singvögeln verantwortlich sind, da diese mit dem Insektizid vergiftete Insekten fressen und die Gifte somit ebenfalls aufnehmen. Neonics haben einen negativen Einfluss auf ganze Nahrungsketten. Sie dringen ins Grundwasser ein und haben kumulative und weitgehend irreversible Auswirkungen auf wirbellose Tiere.

Das 2018 EU-weit verhängte Verbot wird nun von Frankreich und Deutschland unter dem Vorwand der „notfallmäßig begrenzten Anwendung“ unterlaufen. Auf dem Spiel steht mehr als die Zukunft der Bienen. Da das Gift in großem Umfang auf zahlreichen Feldfrüchten eingesetzt wird, tötet es nicht nur Bienen sondern alle Insekten und viele Vogelarten, die sich von Insekten ernähren. Nicht viele Menschen sind sich der lebenswichtigen Rolle von Bienen und anderen bestäubenden Insekten in unserer Nahrungskette bewusst.

Die Honigbiene ist der wichtigste Bestäuber von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Honigbienen bestäuben über 70 von 100 Nutzpflanzen, die wiederum 90 % der weltweiten Nahrungsmittel liefern. Sie bestäuben die meisten Obst- und Gemüsesorten, darunter Äpfel, Orangen, Erdbeeren, Zwiebeln und Karotten. Nutzpflanzen, die auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind, haben zugenommen.

Doch das Gift wirkt sich nicht nur auf Insekten und Vögel aus. Neonics können sich auch negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Immer mehr Kinder sind von neurologischen Störungen betroffen. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass die anhaltende Exposition gegenüber Pflanzen, die mit Neonics besprüht wurden, für Schäden am menschlichen Gehirn verantwortlich sind.

Mit der Wiederzulassung dieser Gifte durch die Hintertür setzt Landwirtschafsminister Julia Klöckner nicht nur den Erhalt von Natur und Umwelt leichtfertig aufs Spiel, sondern die Gesundheit und Lebensmittelversorgung der gesamten EU-Bevölkerung.

 

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