Bringen Kleinanleger die Wall Street zu Fall?

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Seit Tagen sind Wall Street und Anleger-Community in heller Aufregung. Wie es in den Medien heißt, hätte eine Gruppe von Kleinanlegern Großinvestoren an der Wall Street ausgetrickst. Der Wall Street Hedgefonds Melvin Capital hatte großumfänglich bei dem Videospiele-Händler Gamestop investiert. Das investierte Vermögen habe sich zu Jahresbeginn auf 12,5 Milliarden Dollar belaufen, zum Monatsende waren die Investitionen jedoch um auffällige 53 Prozent reduziert worden.

Melvin Capital Hedgefonds hatte auf einen fallenden Kurs der Gamestop-Aktie gesetzt und im großen Stil geliehene Aktien verkauft. Als der Hedgefonds die Aktien für kleines Geld zurückkaufen wollte, kamen „Kleinanleger“ dem Wall Street Finanzriesen in die Quere. Es heißt, „Kleinanleger“ hätten sich im Internet zu einem Kaufansturm verabredet, daher sei der Aktienkurs gestiegen, anstatt gefallen, sodass der Wall Street Hedgefonds Milliardenverluste hinnehmen musste. Bei solchen Short-Großinvestoren an der Wall Street ist es Praxis, sich Aktien zu leihen und diese in der Erwartung zu verkaufen, dass sie diese später selbst billiger zurückkaufen und an die regulären Inhaber zurückgeben können. Die Kursdifferenz wird dann als Gewinn eingestrichen.

Steigt der Kurs jedoch, ist der „Verleiher“ gezwungen, die Aktien dennoch zurückzukaufen – auch um den gestiegenen Preis, wie im Falle von Melvin Capital, welcher offenbar glaubte oder mutmaßlich mit anderen Wall Street Hedgefonds daran arbeitete, dass der Kurs der Gamestop-Aktie sinken würde und er diese dann noch billiger zurückkaufen könne.

Die an der Wall Street gängige Praxis von Short-Großanlegern, Aktien zu leihen und dann zu verkaufen, ist in diesem Fall gründlich in die Hose gegangen – vermutlich ist der Fall nur deswegen von den Medien thematisiert worden, denn üblicherweise wird über die fragwürdigen Spekulationsgeschäfte solcher Finanzgiganten, die die Finanz-Welt per Knopfdruck lenken, kaum berichtet.

The Big Short

Da sich nun angeblich eine Gruppe von Kleinanlegern im Internet dazu verabredet haben soll, Melvin Capital auszutricksen, ist der für den Hedgefonds schmerzliche Verlust in Milliardenhöhe ans Licht gekommen. Dem Finanzkapital, welches sonst in solchen Fällen oft Milliardengewinne einstreicht, ist ein herber Schlag versetzt worden, welcher die Wall Street Bankster in Aufruhr versetzt hat. Denn die Gamestop-Aktie notierte Anfang Januar noch unter 25 Dollar und explodierte nach dem Großeinkauf der Anleger-Community (WallstreetBets-Community) auf 483 Dollar. Das entspricht einem Kurszuwachs von über 1800 Prozent.

Die meisten Anleger kauften jedoch keine Aktien, sondern sogenannte Call-Optionen, mit denen sie noch mehr Geld verdient haben. Die WallstreetsBets-Community löste im Ergebnis mit der Gamestop-Aktie einen seltenen „Short-Squeeze“ aus, d. h. Melvin Capital wurde gezwungen, die Aktien zum Preis von bis zu 483 Dollar anstatt 25 Dollar oder – wie zuvor angenommen – für weniger zurückzukaufen.

The Short Squeeze

Die Verabredung zum Kauf der Gamestop-Aktien ist jedoch nicht der einzige Coup, der zuletzt gegen die Allmacht der Wall-Street Finanziers gelang. Offenbar haben sich „Kleinanleger“ nun auch dazu verabredet, einen beispiellosen Run auf Silber zu starten. An der Wall Street und in London, den Finanzzentren der Welt, spricht man von einem „Silber Short Squeeze“. Anleger haben weltweit begonnen, praktisch das gesamte verfügbare Silber, das sie bekommen können, aufzukaufen.

Was den Silber-Run so besonders macht ist der Umstand, dass es sich bei den Käufern nicht um herkömmliche Anleger handelt, sondern um neue, junge Anleger, die wahrscheinlich zuvor noch niemals Silber als Vermögensanlage gekauft haben. Unter dem Hashtag #SilverSqueeze werden Menschen in den Sozialen Medien wie Twitter oder Facebook auf Silberkäufe als Wertanlage aufmerksam gemacht, welche auch tatsächlich große Mengen an Silber kaufen. Zwischenzeitlich nahm der Silberkauf dramatische Züge an und es kam zu ersten Lieferengpässen. Der Silberpreis stieg zwischenzeitlich mächtig.

WallstreetBets-Community lehrt Wall Street das Fürchten

Entstehungsort dieses Silberkaufrauschs  ist die gleiche Community, welche sich zuvor zum Kauf der Gamestop-Aktien „verabredet“ haben soll. Die sogenannte „WallstreetBets-Community“ soll sich auf der Social Media Plattform „Reddit“ verabredet haben. Dieses Mal ging es nicht um eine Aktie, sondern um den Kauf von Silber. Mit dem Run auf die sogenannten „geshorteten“ Silber-Märkte könnten Groß-Investoren gezwungen werden, Silber zu deutlich höheren Preisen zu kaufen als gedacht.

Hintergrund dieser „Short“-Geschäfte sind sogenannte Leerverkäufe. Eine Aktie oder eben physisches Silber werden verkauft, auch wenn der Verkäufer den Wert nur geliehen hat. Da die Rückgabe terminiert ist, spekuliert der Verkäufer auf fallende Preise bis zum Rückgabetermin.

Die WallstreetsBets-Community ist kurz nach dem Gamestop-Coup den Silber-Groß-Investoren in die Quere gekommen. Wenn die Community erneut erfolgreich würde, könnte es bald zu Silberengpässen auf dem Weltmarkt kommen. Denn physisches Silber und Gold sind bereits durch die Corona-Krise auf den Märkten knapp und teuer geworden. Die Finanzelite dürfte mit solchen Ereignissen zusehends in Bedrängnis kommen.

Der Coup – The Sting

Die Darstellung der Mainstream-Medien, nur Kleinanleger im Internet hätten sich zum Schlag gegen Wall-Street Giganten verabredet, ist unglaubwürdig. Denn hinter den orchestrierten Käufen steckt System. Zudem müssten die Kleinanleger von dem geplanten Termingeschäft des Hedgefonds Melvin Capital gewusst haben. Dies verfolgen in der Regel jedoch nur professionelle Anleger, auch wenn die Informationen über solche Short-Geschäfte prinzipiell öffentlich sind.

Um diese Aktion der Kleinanleger ranken sich demnach zahlreiche Gerüchte. Wenn professionelle Investoren / Insider die Kraft der sozialen Medien nutzen, um Kleinanleger für einen solchen Angriff mit an Bord zu holen, dann wäre dies ein Schlag gegen die Wall Street selbst. Hier sogar ein doppelter Schlag. Genau dies thematisieren einige Gerüchte:

Der Angriff auf den Hedgefonds und der Run auf Silber dürfte kaum eine Verabredung von Kleinanlegern sein, sondern ein orchestrierter Versuch, den Wall Street Bankstern, die nicht nur 2008 eine Weltfinanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst und dabei kräftig abkassiert haben, die Luft abzulassen.

Das WallstreetsBets-Maskottchen weist zudem eine interessante Ähnlichkeit zu einer äußerst prominenten Person auf. Zufall?

WallstreetsBets

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