Bayern zensiert ganz frech, oder?

Welche Art von Berichterstattung sich der Staat wünscht, hat er nun im Fall eines kleineren Radiosenders München über die „Bayerische Landeszentrale für neue Medien“ (BLM) sehr deutlich werden lassen. Der Radiosender, nur zeitweise über das Internet auf der UKW-Frequenz 92,4 zu empfangen, hat den Corona-Kritiker Dr. Wolfgang Wodarg interviewt. Wodarg hat sich zuletzt einen – oft schlechten bzw. diffamierten – Namen damit gemacht, dass er die Auswirkungen der Corona-Krise anders einordnet als der praktische Chefberater der Merkel-Regierung, Dr. Drosten. Die Anstalt rügte den Radiosender für die Auswahl des Interviewpartners, für das Interview und dafür, dass die Aussagen nicht nach journalistischer Sorgfaltspflicht eingeordnet worden seien.

Ungeheuerliche Anwürfe

Das BLM jedenfalls bezieht sich darauf, dass mehrere Menschen sich über die Sendung vom 26. März beschwert haben oder haben sollen. Daraufhin meldete sich das BLM beim Sender, der am 6. April ein Schreiben erhielt, aus dem hervorging, die „journalistische Sorgfaltspflicht“ sei nicht gewahrt worden. Ein Grund für diese Einschätzung:

Es seien mehrere Interviewpartner ausgewählt worden, womit diese Auswahl „als kritisch gegenüber den aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung aufgefasst werden“ könne. Immerhin räumt das BLM noch ein, dies liege im Verantwortungsbereich der Redaktion, aber „gerade bei medizinischen Themen (sei) die journalistische Sorgfaltspflicht besonders zu beachten“. Denn die Informationen aus diesem Sektor müssten auch mit „besonderer journalistischer Sensibilität“ bearbeitet werden.

Dies ist nach Auffassung des BLM offenbar nicht geschehen. Beleg dafür sei auch die Führung des Interviews. Das Interview würde „weder kritische Nachfragen“ vorsehen, „noch die Aussagen des Gastes deutlich in den aktuellen wissenschaftlichen Kontext“ einordnen. Dies ist ganz offensichtlich eine Falschbewertung durch das BLM. Denn hier geht es nicht um die Einordnung gegenüber dem wissenschaftlichen Kontext, hier geht es darum, dass das richtige „Ergebnis“ nicht zur Sprache kam. Woran erkennen wir dies? Es gibt in der ganzen wissenschaftlichen Arbeit nicht den(!) einen wissenschaftlichen Kontext, der wissenschaftliche Streit lebt von den unterschiedlichen und am Ende zu beweisenden oder zu widerlegenden Thesen.

Wodarg vertritt eine Meinung, die das BLM nicht vertritt. Die Konsequenz: Das BLM möchte „derartig problematische Sendungen zukünftig ausbleiben“ lassen. Hier lesen Sie mehr dazu.

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