„Aquarius“: Gibraltar droht mit Entzug der Flagge – 141 Migranten warten auf Zuweisung eines Hafens

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Die „Aquarius“, die vergangene Woche wieder ihre „Arbeit“ im Mittelmeer aufnahm, hat nun 141 Migranten an Bord genommen. Und wieder musste das „Rettungsschiff“ mehrere Tage warten, bis sich ein Hafen dazu bereit erklärte, die Migranten aufzunehmen. Aus Italien, Malta, Spanien, Frankreich und Großbritannien kamen Absagen.

Während die Seenotretter von „SOS Méditerranée“ und „Ärzte ohne Grenzen“ darauf warteten, eine Einfahrtgenehmigung eines europäischen Hafens zu erhalten, erreichte das Schiff die Nachricht, dass Gibraltar dem Schiff die Flagge entziehen wolle. Derzeit wird die Sache wohl verhandelt. SOS Méditerranée bezeichnete die Androhung als politisches Manöver. Die für die Registrierung der Schiffe zuständige Regierungsbehörde in Gibraltar hatte am Montagabend bekanntgegeben, dass der „Aquarius“ bereits seit Juni und Juli die Auflage gemacht worden sei, die Rettungen im Mittelmeer einzustellen.

Die „Aquarius“ sollte lediglich als „Survey Schiff“ arbeiten, da es auch nur als solches registriert sei und zudem unter der Flagge Gibraltars fahre. Am 6. August erhielt das Schiff die Nachricht, dass es bis zum 20. August seine Flagge verlieren würde, sollte es anders handeln, als von Gibraltar vorgegeben. Der Geschäftsführer der Reederei der „Aquarius“ stellt sich hinter die Rettungsarbeit des Schiffes. In Seenot Geratene müssten gerettet werden, sagte Hempel von der Bremer Reederei Jasmund Shipping. Es sei egal, ob es sich bei den Geretteten um leichtsinnige Freizeitsegler oder Flüchtlinge aus Afrika handle.

Indes kam aus Frankreich die Meldung, dass Frankreich für die Aufnahme der Migranten nicht zuständig sei, weil die Häfen nicht die vom Seerecht vorgesehenen nächstgelegenen sichereren Häfen sind. Gemäß der Position seien entweder Italien oder Malta zuständig. Italien und Malta lehnten jedoch ab und auch aus Spanien gab es dieses Mal keine Zusage, das Schiff anlegen zu lassen. Hempel sagte, dass das Schiff auch nicht den Anweisungen der libyschen Küstenwache Folge leisten müsse. Denn in Libyen würden die Geretteten in keinen sicheren Hafen gebracht. Auch er vermute hinter dem Verhalten Gibraltars politische Gründe.

Indes soll sich Katalonien bereiterklärt haben, die 141 Migranten auf der „Aquarius“ aufzunehmen. Auch wenn die spanische Zentralregierung das Einlaufen des Schiffes verweigert habe, könne das Schiff dennoch in einen katalanischen Hafen einlaufen. „Katalonien wird immer ein Aufnahmeland sein“, soll der Regionalpräsident Torra getwittert haben. An Bord der Aquarius sind vor allem Migranten aus Somalia und Eritrea.

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